Der Weg zum Herzen des Harzes!

Für einen verlängerten Wochenendausflug hatten wir mit befreundeten Familien mit Kindern (12 Personen) ein Ferienhaus im Tannenpark in Tanne gemietet. Tanne selbst liegt zentral im Harz. Aus allen vier Himmelsrichtungen kommen Sie hier gut mit dem Auto her. Und von hier kommen Sie in kurzer Zeit mit dem Auto überall hin. Sei es zum Brocken, zur Rappbode-Talsperre, zur Harzköhlerei, zum Schloss in Wernigerode, zum Hexentanzplatz nach Thale, zur Westernstadt in Hasselfelde, zur Hermannshöhle oder den unzähligen anderen Sehenswürdigkeiten und Naturschauspielen im Harz!

 


Die bunten „ Hexenhäuschen“ vom Tannenpark

Die Ferienhäuser des Tannenparks liegen etwas abseits des Hotels in einer ruhigen Lage. Die bunten Häuser reihen sich an einer kaum befahrenen Seitenstraße wie bei einer Perlenkette auf und verbreiten gleich gute Laune. Unser Hexenhäuschen begrüßte uns mit einem hellen Grün. Parkplätze finden Sie direkt davor. Direkt dahinter beginnt der wilde Harzer Wald. Jedes Haus hat einen eigenen großen Gartenbereich mit Gartenmöbeln. Ein Grill kann für 9,50 € pro Tag (inkl. Holzkohle, Anzünder und Reinigung!) hinzu gebucht werden. Ebenso wie das Frühstück, wenn Sie morgens nicht selbst den riesigen Tisch für 12 Personen decken wollen. Obwohl im Haus alles vorhanden ist, vom Kühlschrank über das komplette Inventar bis hin zur Geschirrspülmaschine. Wir hatten uns entschieden, gemeinsam im Hotel zu frühstücken. Und es war ideal! Die Größe der einzelnen Schlafzimmer reicht von groß bis klein, war für uns jedoch ausreichend, weil wir den Harz erkunden wollten. Es gibt 2 Bäder. Das Bad im OG ist nicht gerade für große und kräftige Personen geeignet, erfüllt jedoch den sanitären Zweck. Im großen Wohnbereich mit offener Küche haben alle Platz, zum Kartenspielen mit den Kindern, zum Schwatzen, für eine Runde mit dem Kinderroller um den Tisch oder für einen Snack. Das Personal im Tannenpark, von der Rezeption (Ausflugstipps, Nachfragen) bis hin zum Service im Restaurant (Berücksichtigung von Extrawünschen) war sehr aufmerksam, kommunikativ und immer zur Hand. Die Nutzung der Schwimmbad- & Saunalandschaft des Hotels ist inklusive. Wurde von uns jedoch nur einmal genutzt. Außerdem können Bollerwagen gemietet oder es sich bei Massagen und Beautybehandlungen gut gehen lassen, das haben wir leider nicht in Anspruch genommen. Wir wollten raus in die Natur, rein in die wilde Harzlandschaft. Am besten auf einem Hexenbesen, doch dann wäre die Brockenbesteigung zu einfach!

 

Zum Brocken ohne Besenflug!
Samstag. Wir hatten Glück! Der Himmel leuchtete blau und Klärchen lachte uns an! Brocken – wir kommen! Wir fuhren mit dem Auto nach Schierke, der ideale Ort, um sich gen Brocken mit seinen 1141 m aufzumachen. Von Tanne über Sorge nur ein paar Kilometer mit dem Auto entfernt. Parkmöglichkeiten gibt es viele, meistens mit Gebühr. Wir ergatterten weiter hinten im Ort einen der kostenfreien Parkplätze. Am Parkplatz der Sommerrodelbahn kann die Tagesgebühr gleich mit einem Ticket für die Brockenbahn (Einfache Fahrt 24, €/Hin- & Rückfahrt 37,- €) verrechnet werden, deren Station wenige Gehminuten entfernt liegt.

Hier fiel die Entscheidung: Brockenbahn? Zu Fuß? Oder mit dem Mountainbike? Letzteres erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Besonders Downhill mit Kamera auf dem Kopf. Zum Unmut vieler Wanderer! Wir wollten per pedes zum Gipfel. In der Touristeninfo wurden wir gut beraten. Ich erinnerte mich an mein letztes Mal, als ich hier stand und zum ersten Mal zum Brockengipfel aufsteigen wollte. Die freundliche Mitarbeiterin musterte uns kurz und meinte mit einem Lächeln: „Also ich habe schon schwerere als Sie fliegen sehen und würde es Ihnen heute wirklich nicht empfehlen. Es herrschen gerade Windspitzen mit bis zu 120 km/h!“ Auf ihre Empfehlung hin wanderten wir damals durch das Elendstal nach Elend (wie passend!), hoch nach Braunlage und wieder zurück nach Schierke. Auch schön, jedoch kein Vergleich mit einer Brockenbesteigung.

Doch dieses Mal herrschten hervorragende Wetterbedingungen. Es gibt eine Vielzahl von Wanderrouten, die Wahl sollte abhängig vom Alter der Kinder erfolgen. Mit Babies und Kleinkindern kann der sogenannte „Wölkchenweg“ empfohlen werden. Er schlängelt sich entlang der Kalten Bode trifft am Dreieckigen Pfahl auf den Neuen Goetheweg und steigt nur langsam an. Wir hatten zwei Kinder (7/8 Jahre) dabei und entschieden uns für einen mittelschweren Weg.

Wir starteten über den Neuen Weg, folgten der alten Bobbahn, liefen dann den Parallelweg an der Bahnstrecke entlang und stiegen über den letzten Abschnitt des „Geröllwegs“, der auch der Steilste ist, direkt nach oben. Die Kinder immer munter vorneweg und auf dem Geröllweg sogar wie die kleinen Bergziegen mühelos von Stein zu Stein springend. Das machte Spaß! Um ehrlich zu sein, mir hat Wandern als Kind keinen Spaß gemacht. Weder im Elbsandsteingebirge, noch im Thüringer Wald oder in den Alpen. Wir hatten damals auch kein frisches Brot, echten Harzer Roller, Holunderblütenschorle und leckere Blaubeeren als Wegzehrung dabei! Sondern nur Wurstschnittchen und Wasser. Na ja!

Unterwegs trafen wir auf rasante Downhiller, sich sonnende Schmetterlinge, die schnaufende Brockenbahn kreuzte ab und zu unseren Weg und neben den Wegen leuchteten die Blaubeeren an kräftigen Büschen. Zwischendurch sahen wir auch immer mal die zerstörerische Arbeit des Borkenkäfers – eine Ansammlung von kahlen, grauen Stämmen, mitten im Grünen. Dafür schenkte uns der Harz auf dem Parallelweg sein Herz in Steinform – zumindest deuteten wir das so. Selten trafen wir auf diesem Weg entgegenkommende Wanderer oder wurden von ihnen überholt. Das fanden wir gut. Nur als der Parallelweg auf den Geröllweg traf, wurde die Wanderung zur regelrechten Massenbewegung. Wie eine unaufhaltsame Lava (nur hier von unten nach oben) schoben sich die Wandermenschenmassen den Geröllweg empor.

Gut, es war Wochenende, da war halt mehr los! Doch als der Geröllweg ein paar hundert Metern vorm Gipfel auf der Straße zum Brocken endete, nahm die Wanderung fast demonstrationshafte Züge an. Alle kannten nur eine Richtung – aufwärts! Die erste Vermutung, dass hier bereits die Schlangen zur Essensausgabe des Gipfellokales enden, bestätigte sich zum Glück nicht. Wir reihten uns ein und stiefelten mit. Jedoch verlief sich auf dem Gipfel die Menge rasch und der Ausblick war wunderbar.

Geschafft – Brocken bezwungen! Wir standen 1141,2 m über dem Meeresspiegel. Das obligatorische Gruppenfoto wurde am offiziellen Stein gemacht. Zudem waren wir russischen, spanischen und schwedischen Wanderern mit dem Foto schießen behilflich. Dann holten wir uns am Brockenhaus einen Wanderstempel auf die Rückhand, genossen den Rundumblick und schnabunzelten beim Brockenwirt rote Fassbrause und eine Kleinigkeit. Wobei hier zu erwähnen ist, dass das Personal des Brockenwirtes nicht gerade mit Service oder Freundlichkeit glänzte – eher im Gegenteil!

Nach der kräftigenden Vesperpause teilte sich unsere Gruppe. Das eine Grüppchen fuhr fußfreundlich, jedoch um einige Euro erleichtert, mit der Brockenbahn zurück nach Schierke. Wir anderen stiegen durch den Geröllweg ab. Dauer ca. 2 Stunden. Doch das traf sich ganz gut. Denn als wir im Ferienhaus ankamen, waren die Grillwürste bereits ansehnlich gut gebräunt und die Steaks saftig gegrillt. Hier nochmals der Dank an den Grillmeister! Wir setzten uns direkt an den großen, gedeckten Tisch zum Schmausen und Schwatzen. Bis tief in die Nacht.

 

 

 

 

Ein Hexentänzchen in Thale
Am Sonntag frühstückten wir, die wir uns nach der Brockenbesteigung Brocken Brothers & Sisters nennen, wieder gemütlich im Restaurant. Das Tagesziel: Thale! Während der 40-minütigen Autofahrt grübelten wir, zu welchem Ziel wir hochgondeln wollten. Zum Hexentanzplatz mit der Seilbahn (einige Kabinen haben sogar einen Glasboden) oder mit dem offenen Sessellift zur sagenhaften Rosstrappe? Oder gar beides? Die Parkplätze in Thale liegen in der Nähe der Talstationen und sind kostenfrei. Attraktionstechnisch hat Thale ordentlich aufgestockt. Neben den bereits erwähnten zwei Sehenswürdigkeiten warten dort auf Familien noch die Spaßinsel (mit BumperBooten, Trampolin u.a.), der Funpark (mit Nautic-Jet, Luna-Loop etc.) oder der große Kletterpark über die Bode. Da fliegt das Urlaubsgeld nur so aus der Tasche. Einzig das Tollhaus ist kostenfrei zugänglich und für kleinere Kinder wirklich toll!

Wir entschieden uns für ein schwungvolles Tänzchen auf dem Hexentanzplatz und kauften eine Gruppenkarte. Die Bahnlänge mit 720 m und einer Höhendifferenz von 244 m war in ein paar Minuten überwunden. Ein herrlicher Blick in die Bodetalschlucht inklusive. Schon standen wir tanzbereit in der Bergstation. Besucher haben hier verschiedene, interessante Anlaufstationen: Es gibt den Harzbob, wo Sie eine schnelle Runde drehen können. Es gibt das Harzer Bergtheater, eines der ältesten Naturtheater Deutschlands, das bei unserem Besuches den Zigeunerbaron aufgeführte. Und nicht weit davon entfernt, im Museum der Walpurgishalle, wird die Harzer Sagenwelt lebendig.

Und Sie haben von unterschiedlichen Positionen aus immer wieder einen wunderbaren Ausblick. Auf die Rosstrappe gegenüber. Ins Bodetal hinein. Oder sogar bis zum Brocken! Die Artenvielfalt der Region mit Luchs, Braunbär und Wolf bringt interessierten Familien der Tierpark Hexentanzplatz näher, der wenige Gehminuten von der Bergstation entfernt ist. Ein Foto mit der Hexe Wadeline, die sich vergeblich müht, den Hexenkreis mit einem Stein zu schließen (die Metallfiguren stammen von Jochen Müller), ist selbstverständlich ein Muss. Genauso wie ihr über den Hintern zu streichen, das soll angeblich Glück bringen. Wir begnügten uns mit dem Foto.

Dafür nahmen wir lieber noch ein mit Schokolade überzogenes Softeis zu uns, das machte uns glücklich! Das Eis, weitere Leckereien und allerlei Hexenkram gibt es an den verschiedenen Ständen direkt neben dem Hexenhäuschen, das auf dem Kopf steht. Nach dieser kleinen Leckerei beschlossen wir, nach Thale über den Wanderweg abzusteigen. Dabei kamen wir an der Homburgswarte vorbei, die unterhalb des Bergtheaters Wanderer mit weiteren, schönen Ausblicken belohnt. Auch der weitere Abstieg gelang absturzfrei und ruck zuck standen wir wieder in Thale vor der Erlebniswelt an der Talstation. Übrigens: Ganz in der Nähe befindet sich der Ferienpark Bodetal, der hier näher am Trubel ist.

Auf dem Rückweg warfen wir noch einen Blick auf die Teufelsmauer und statteten der Harzköhlerei Stemberghaus einen kleinen, feurigen Besuch ab. Doch ich will Ihnen nicht alles verraten, entdecken Sie selbst die Schönheiten und die Wildnis des Harzes in Ihrem nächsten Urlaub. Vielleicht vom Ferienpark Tannenpark aus? Und falls Sie mal in einer Quizshow sitzen sollten und Sie nach den 3 gesteinsbildenden Materialien im Harz gefragt werden, denken Sie bitte immer daran: Feldspat, Quarz und Glimmer, das vergess‘ ich nimmer! Auf Wiedersehen im Harz!

 

 

Der Brocken in der Ferne
Blick ins Bodetal: rechts die sagenumwobene Rosstrappe und in der Ferne der Brocken!

 


Hilfreiche Links:

Für Unterkunftssuchende: Ferienhaus im Tannenpark
https://www.vacanceselect.com/de/ferienpark/deutschland/harz/ferienpark-tannenpark/50219

Weitere Ferienparks im Harz im Überblick

Für Familien: Die Seilbahnen in Thale
www.seilbahnen-thale.de

Für Schmalspurfreunde: Die HSB
http://www.hsb-wr.de/startseite/

Für Wissensdurstige: Harzköhlerei Stemberghaus
http://www.harzkoehlerei.de/

Für Actionfans: Megazipline an der Rappbodetalsperre
http://www.harzdrenalin.de/

 

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