Ein tolles Osterwochenende auf Camping Village Parisien bei Paris

Der Swimmingpool auf Camping Village Parisien

 

Ende April war ich mit meiner sechsjährigen Schwester für eine Woche auf den Campingplatz Village Parisien in der Nähe von Paris. Wir reisten per Nachtzug an und verbrachten den ersten Tag in Paris. Frankreich zeigte sich gleich von seiner besten Seite mit strahlendem Sonnenschein und ca. 25 Grad! Erst die letzten beiden Tage schlug das Wetter um und es wurde nachts ziemlich kalt und nass (wie gut, dass der Caravan eine Heizung hat, die wir dann auch rege nutzten). Am Abend fuhren wir per Zug nach Meaux und dann per Bus über die hübschen kleinen Vororte von Paris nach Varraddes zum Campingplatz (die öffentlichen Verkehrsmittel in Paris sind sauber, jedoch ziemlich teuer – eine 5-Tageskarte mit Ringen bis Meaux kostet für Erwachsene 50 Euro).

 

 

Wir übernachteten in einem Starcaravan, der mit dem Rücken an einer Landstraße stand. Keine Sorge, es gab keine Lärmbelästigung, da der Schall von einem aufgeschütteten Erdhügel mit Bäumen abgefangen wird.

Zu unserer Überraschung sprach der Happy Camp-Gästebetreuer nicht nur fließend Französisch und Englisch, sondern auch relativ gut Deutsch! Eine Seltenheit, wie wir später feststellen durften. Obwohl wir zu spät anreisten, nahm der Gästebetreuer sich die Zeit, uns zu begrüßen und uns ein paar Hinweise zum Campingplatz und den Freizeitangeboten zu geben. Unser Caravan war in einem super Zustand. Eigentlich ist der Caravan für bis zu sechs Personen geeignet, aber ich würde ihn höchstens mit fünf Personen belegen. Da wir nur zu zweit waren, war die Größe super. Wie es sich im Caravan kocht, kann ich nicht beurteilen. Wir waren immer unterwegs und ich habe kein einziges Mal gekocht. Für ein gemütliches Frühstück war aber alles vorhanden.

 

Kinder auf dem Spielplatz des Campingplatzes

Der gesamte Campingplatz ist in einem sauberen und ordentlichen Zustand. Die Mitarbeiter an der Campingplatz-Rezeption sind immer hilfsbereit und alle sprechen fließend Englisch. Direkt neben der Rezeption befindet sich ein kleiner Shop, der jeden Morgen frische Backwaren anbietet. In der Mitte des Platzes liegt ein Spielplatz, der viel besser ist, als die Fotos es vermuten lassen. Da es auf dem Campingplatz sehr ruhig ist und kaum Autos unterwegs sind, können die Kinder auch alleine auf den Spielplatz. Wie meine kleine Schwester aber eindrucksvoll bewies, kann man sich im Dunkeln auf dem Platz doch verlaufen! Die Tatsache, dass fast alle Kinder Französisch sprachen, störte meine Schwester nicht und sie fand sofort neue Spielkameraden. Ein echtes Highlight für die Kinder ist die sehr gepflegte Minigolfanlage.

 

Der Tennisplatz und die Tischtennisplatten liegen ebenfalls in der Mitte des Platzes. An der Rezeption kann man sich für Minigolf, Tennis und Tischtennis kostenlos Schläger und Bälle ausleihen. Der Pool wurde erst Anfang Mai eröffnet, daher konnten wir ihn leider noch nicht nutzen. An den Campingplatz grenzt ein kleiner Fluss, auf dem man mit den Kindern eine Paddeltour machen und die unberührte Natur genießen kann. An der Rezeption kann man sich Kanus ausleihen. Günstiges und leckeres Essen bietet der Imbiss, der ebenfalls in Campingplatzmitte liegt. Da der Imbiss bis spät abends offen hat, kann man sich hier mit Freunden und Familie zum Abendessen treffen, und während man sich in Ruhe unterhält, können die Kinder auf dem angrenzenden Minigolfplatz spielen, kickern oder sich auf dem Spielplatz austoben. Da wir über Ostern auf dem Campingplatz waren, buchten wir die Ostereisuche des Imbissbesitzers. Die „Spielregeln“ wurden zwar auf Französisch erklärt, das hat aber kein Kind gestört. Ob klein oder groß, alle Kinder suchten in einem eingezäunten Bereich die bunt bemalten Ostereier, die sie am Ende gegen Schokolade tauschten. Wirklich klasse organisiert, und auch die Kleinsten hatten ihren Spaß!

 

Wir verbrachten tagsüber wenig Zeit auf dem Campingplatz, da wir meist morgens nach Paris fuhren und spät abends wieder zurückkamen. Wer nach Paris fahren möchte, sollte ca. einen Kilometer in die nächste Kleinstadt laufen und von dort aus fahren. Der Bus direkt am Campingplatz fährt zwar auch nach Meaux, jedoch tingelt er vorher ca. 1½ Stunden lang über zahlreiche Dörfer. Außerdem zeigt die Kleinstadt die nicht vom Tourismus geprägte Seite Frankreichs. Ob in Paris oder in den Vororten, die Franzosen sprechen zwar fast alle kein Englisch, sind aber unglaublich freundlich und hilfsbereit!
Für Eltern mit kleinen Kindern ist Paris mit öffentlichen Verkehrsmitteln völlig ungeeignet. Die Franzosen halten scheinbar nichts von Rolltreppen und Fahrstühlen, denn in Paris gibt es kaum welche. Dafür sind alle Bahnstationen mit zahlreichen Treppen verbunden – ein schönes Fitnesstraining (wenn auch unfreiwillig). Außerdem sind an jeder Bahnstation Drehkreuze, durch die man mit einer Karre natürlich nicht kommt. Die elektrische Tür (nur für Behinderte, Kinderwagen und Koffer) ist ebenfalls eine Herausforderung. Wenn sie tatsächlich funktioniert, muss man versuchen, dem Mitarbeiter auf Französisch klarzumachen, warum man sie gerne nutzen möchte. Etwas befremdlich wirkte auf uns auch das französische Militär, das oft mit Maschinengewehren in den Bahnstationen steht. Aber wenn sie schon mal da sind, können die Soldaten ja wenigstens helfen, die Kinderkarre zu tragen…

 

Der Eiffelturm in Paris

 

Natürlich besichtigten wir den Eiffelturm. Ich finde, es gibt interessantere Sehenswürdigkeiten, und das stundenlange Anstehen in der Sonne lohnt sich – trotz Ausblick über Paris – nicht wirklich. Wesentlich interessanter ist Sacré-Coeur, eine wunderschöne alte Kirche. Man kann zwar auch mit dem Fahrstuhl den Berg hochfahren (geht mit der Karte für die öffentlichen Verkehrsmittel), aber Hartgesottene laufen die endlosen Treppenstufen zu Fuß! Die Belohnung ist ein einmaliger Ausblick über die Stadt. Ein Tipp: Hinter der Kirche ist ein uralter Friedhof mit riesigem Mausoleum und wunderschönen alten Statuen.

 

 

 

Selbstverständlich liefen wir auch die Champs Elysée entlang. Das einzig Sehenswerte in dieser Straße sind die Straßenkünstler und der Triumphbogen am Ende der Champs Elysée. Ich kann allerdings nur davon abraten, den Eintritt für den alten Triumphbogen zu bezahlen. Nach endlosen, eng geschlungenen Stufen (nichts für Menschen mit Platzangst!!!) wird oben nur der abgebrochene Fuß einer Statue ausgestellt. Das fanden meine Schwester und ich ein wenig enttäuschend! Die Notre Dame wollten wir uns eigentlich auch angucken, aber eine scheinbar unendliche, unbewegliche Warteschlange hinderte uns daran. Hier sollte man sehr viel Zeit mitbringen und sich am besten schon früh morgens anstellen. Gleiches gilt für das Schloss Versailles, für das man einen ganzen Tag einplanen sollte. Mit Kindern ab fünf Jahren sollte man sich den Invalidendom angucken. Neben zahlreichen Ausstellungen über den 1. und 2. Weltkrieg interessierte meine Schwester sich sehr für die antiken Kinderrüstungen. Um sich den ganzen Invalidendom mit der angrenzenden Kirche anzuschauen, sollte man sich einen halben Tag Zeit nehmen. Die Conciergerie (Justizpalast) würde ich nicht zusammen mit Kindern angucken, meine Schwester fand sie langweilig. Wer sich jedoch gerne gruselt und mutige Kinder hat, dem empfehle ich die Katakomben von Paris! Es handelt sich hierbei um ein riesiges unterirdisches Labyrinth. In kilometerlangen, verschlungenen Gängen sind meterhoch Schädel und Knochen aus dem 18. Jahrhundert in Mustern gestapelt. Allerdings gibt es hier definitiv kein Souvenir für die Kleinen…

 

Zum Abschluss bin ich am Ende der Woche mit meiner kleinen Schwester nach Disneyland®Paris gefahren. Von Meaux fährt ein Bus direkt dorthin. Zwar sind die Eintrittspreise ziemlich hoch, aber das ist der Besuch auch wert. Fast jedes Fahrgeschäft haben wir ausprobiert, der absolute Hingucker ist aber die Geisterbahn! Mit neuester Technik lernen hier auch große Kinder das Gruseln. Meiner Kleinen gefiel die Musical-Aufführung am Abend mit tanzenden Prinzessinnen und singenden Zauberern am besten. Ein gelungener Abschluss in einer traumhaft schönen Stadt.

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